Das Carambolebillard
Ein Punkt ist dann realisiert, wenn der mit dem Queue gespielte (dem
Spieler zugeordnete) Spielball die beiden anderen Bälle trifft. Ist
dies geschehen, hat der Spieler das Recht auf einen weiteren Versuch.
Mehrere aneinander gereihte Punkte nennt man ein Serie. Sobald der Punkt
verfehlt wird, geht das Spielrecht auf den anderen Spieler über.
Dieses wechselseitige Aufnehmen des Spieles nennt man Aufnahmen. In der
Partie werden sowohl Aufnahmen als auch Punkte registriert. Die Division
der Punkte durch die Aufnahmen ergeben den Durchschnitt, also die durchschnittlich
in einer Aufnahme erzielte Punktzahl. Dieser exakte Wert zeigt die Spielstärke
eines Billardspieler wieder.
Beim Durchschnitt werden zwei Werte festgehalten. Erstens den Einzeldurchschnitt
- dieser bezieht sich auf eine einzelne Partie und Zweitens der Generaldurchschnitt,
welcher sich auf eine Vielzahl von Partien bezieht, also z.B. auf ein
ganzes Turnier. Jede Partie wird in der Regel auf eine bestimmte Punktzahl
gespielt. In einem Turnier spielt in der Regel jeder Spieler nacheinander
gegen alle anderen.
Die Partie wird in der Regel auf eine bestimmte Punktzahl gespielt. Eröffnet
wird die Partie durch den Bandenentscheid. Beide Partner stossen ihren
Ball an die gegenüberliegende Bande. Der Spieler, dessen Ball nach
dem Auslaufen (anhalten) der Bälle näher an der Ausgangsbande
hält, hat das Recht zu entscheiden, ob er oder sein Gegner das Spiel
beginnen soll. Die Stellung der Bälle für die Eröffnung
der Partie nennt man den Anfangsstoss.
Als Königsdisziplin gilt Dreiband, das geht so: Der Billard-Matchtisch
misst 142 auf 284 Zentimeter, gespielt wird ebenfalls mit drei Kugeln,
einer Weissen, einer Gelben und einer Roten. Der Spieler hat entweder
die gelbe oder die weisse Kugel, mit der er die andern beiden Kugeln in
einem einzigen Stoss treffen muss, und damit eine Carambolage erzielt.
Dabei ist die Reihenfolge der Farben unerheblich. Ausserdem muss beim
Dreiband, bevor die Carambolage erzielt wird, die eigene Kugel mindestens
drei Banden berührt haben. Jede Carambolage berechtigt zum Weiterspielen,
und wird dem Spieler mit einem Punkt gutgeschrieben. Er fährt das
Spiel mit der Position fort, die er nach dem letzten Stoss auf dem Tisch
hinterlassen hat. Wenn der Spieler verfehlt, so übernimmt der Gegner
das Spiel so, wie die Kugeln gerade liegen, und versucht nun seinerseits,
die Carambolage zu erzielen. Langjährige Spielerfahrung, Variantenreichtum,
abwechslungsreiche Spielgestaltung, eine gute Stosstechnik und mentale
Stärke sind gefragt.
Carambole Billard wird in den folgenden Varianten gespielt:
Freie Partie |
Der Spielball muss die beiden anderen Bälle treffen, kann
dabei direkt oder über eine oder mehrere Banden gespielt werden,
je nach Erfordernis der Stellung. Dieses Spiel ist die am weitesten
verbreiteste Spielart im Billardsport und gilt als die Basisausbildung
jedes Spielers. |
| Cadre |
|
| 47/2 |
47/1 |
| 71/2 |
71/1 |
| 38/2 |
38/1 |
|
Der Spieltisch ist in 9 resp. 6 Spielfelder eingeteilt. In dieser
Disziplin darf der eigene Spielball maximal 1 oder 2 Karam- bolagen
(Treffen der beiden anderen Bälle) in einem Spielfeld ausführen,
ohne das einer der gegnerischen Bälle das Cadrefeld verlassen
muss. Der Ball darf aber wieder zurückkehren. |
| Einband |
Der Spielball muss vor oder während der Karambolage mindestens
1 Bande treffen. |
| Dreiband |
Der Spielball muss vor oder während der Karambolage mindestens
3 Banden berühren. |
| Artistique |
Das Spiel besteht aus 76 Positionen, die millimetergenau aufgestellt
werden müssen und genau auf dem vorgeschriebenen Weg gelöst
werden müssen. Die verschiedenen Positionen haben verschiedene
Schwierigkeitsgrade und erhalten demnach auch verschieden Punkte.
Jeder Spieler muss alle 76 Positionen spielen und hat pro Stellung
je 3 Versuche. Dieses Spiel ist das einzige, in welchem auch heute
noch Elfenbeinkugeln verwendet werden, den diese reagieren besser
auf Maximaleffet und Wirkungsstösse. Die Kugeln werden auch regelmässig
mit Alkohol gereinigt, damit keine Fettspuren darauf haften. |
Um zu einem erfolgreichem Spiel zu kommen, sind folgende Faktoren sehr
wichtig:
- Wo und wie wird ein Queue gehalten
- Die eigene Körperhaltung (Fusstellung, Arm, Hand)
- Die Bockhand
- Das Zielen und Treffen
- Der Stoss
- Die der Stellung angepasste Spielstärke
- Spieltechnik
Quelle: www.rohner.org
|